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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MTX?


Oh no!
29.08.2001, 21:30
Hallo!



Mir wurde soeben MTX verschrieben, nachdem ich schon zwei deformierte Gelenke habe, einmal der kleine Finger und eine Zehe, nachdem auch die anderen Finger einer Hand seit einiger Zeit stechend schmerzen und entzunden sind, ging ich doch mal zur Kontrolle in eine Rheuma Spezial-Ambulanz.



Der Arzt war sehr nett, hat sich viel Zeit genommen, hat mir alle Nachteile von MTX erklärt. Ich war natürlich wenig begeistert, habe diverse natürliche Alternativen vorgeschlagen. Der Arzt war diesen gegenüber gar nicht abgeneigt, hat jedoch erklärt, daß es ein zu große Risiko wäre, keine Basistherapie mit MTX zu beginnen, da ich sonst weitere Gelenke "verlieren" würde, gerade jetzt, wo anscheinend ein Schub stattfindet.



Nun wollte ich fragen, wer von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat, wie schlimm die Nebenwirkungen waren, oder ob jemand ohne MTX wirklich mehrere deformierte Gelenke bekommen hat.

Und vor allem, wie sind die Aussichten, ich bin jetzt 30, hat man eine Chance jemals wieder davon abzukommen?



Aber bloß bitte keine Diät- oder "Aloe-Vera"- usw. Vorschläge, dafür ist es derzeit schon zu akut, mich schmerzt es schon die PC-Maus zu benutzen...



Grüße

(bleibe heute anonym, will mit niemandem persönlich reden, bin zu niedergeschlagen, sorry)<img src="http://img.homepagemodules.de/sick.gif">

Eric
30.08.2001, 00:27
Hallo oh no!

Bedanke dich bei karin das sie mich auf deinen beitrag aufmerksam gemacht hat!

Ich habe auch erfahrung mit Mtx. Im Frühjahr dieses Jahres hat mich die Pso so fest im Griff gehabt,das mir bei eigentlich jeder Bewegung die haut aufriss. Du kannst mir glauben,daß das nicht besonders angenehm war! Auf Arbeit war es so,daß mir das blut in der Hose runterlief.Da bin ich nach zwei Jahren das erste mal wieder zum Arzt gegangen. Die Ärztin hat mich angesehen und erstmal die gesammte Praxisbelegschaft zum Studium am lebenden Objekt ins Behandlungszimmer gebeten! <img src="http://img.homepagemodules.de/crazy.gif"> War das peinlich!! Ich mußte gar nicht welche Köroerteile ich mit den Händen zuerst abdecken sollte!<img src="http://img.homepagemodules.de/smokin.gif">Im Prinzip war bei mir die ganze haut,außer der die aus den Klamotten guckte,von der Pso betroffen. Ganz trocken sagte die Ärztin: mtx,sonst nix!

Ich bekam sofort eine Spritze.150mg rin in den Po! 150mg hat mir zunächst nix gesagt,aber als ich mich damit befasst hatte und rausgefunden hatte,daß eine Obergrenze von 20 mg empfohlen wurde kam mir doch das grübeln. Auf Nachfrage sagte die Arztin mir was ich denn überhaupt wolle? Will ich der Industrie Geld zuschustern oder will ich eine saubere haut? Das Argument zog! Ich bekam also Drei Spritzen mit 150mg,4 Spritzen mit 100mg und drei Spritzen mit 50mg. Von den möglichen Nebenwirkungen über die mich die Ärztin vorher aufgeklärt hatte habe ich nix gespürt! meine Blutwerte sind so in Ordnung,daß ich sofort Alkoholiker werden könnte <img src="http://img.homepagemodules.de/grin.gif"> Innerhalb von ca.5 Wochen war meine Pso bei ca.5%,so das wir die Konzentration der Spritzen reduzieren konnten. Nach der Zehnten Spritze war der"Befall" so gering das ich auf Mtx-Tabletten umsteigen konnte.Ich habe die dosierung inzwischen auf zwei Tabletten die Woche reduziert und habe eigentlich keine verschlechterung meiner Pso festgestellt.

So! Ich hoffe,Dir die Angst vor Mtx ein wenig genommen zu haben und wünsche dir für deine weitere Behandlung viel!! Glück

Kitty
30.08.2001, 06:27
Hallo,



ich denke mal, du solltest jetzt über deinen Schatten springen und damit beginnen oder für mindestens 4 Wochen eine Spezialkur für Pso machen.



Vor 4 Jahren hatte ich die gleichen Probleme mit den Gelenken (nicht so ausgeprägt) aber die Kur half mir schon gut, alleine die Ruhe und die Therapien.



Wenns danach immer nicht besser ist, musst du wohl oder übel mit MTX beginnen, ist halt nur meine Meinung.



Diese Entscheidung musst du ja ganz alleine treffen.



Wenn du jemanden zum Reden brauchst ruf mich an (ich denke wir kennen uns).



Halt durch!

Liebe Grüße

Kitty

Matthias
30.08.2001, 12:39
Ho Ho,

Spritzen mit 150 mg MTX<img src="http://img.homepagemodules.de/death.gif">, das ist schon ein ganz schöner Hammer. In der Krebstherapie werden Dosen so um die 500 mg eingesetzt, um das hier mal zu vergleichen. Allerdings kann eine fast die ganze Körperfläche bedeckende Pso durchaus weitergehende akute Probleme mit sich bringen, da die Funktionen der Haut als Organ ( Entgiftung, Sauerstoffaufnahme etc. ) gestört sind. in dem Fall hätte ich gesagt, daß eine Kliniksakuteinweisung sinnvoll gewesen wäre.

Ansonsten: ich beginne auch gerade die Therapie und kann nach mitlerweile 2 Wochen noch keine Nebenwirkungen feststellen - allerdings auch noch keine Wirkungen. Nun, das war zu erwarten.

Bei mir sit es so, daß meine Füße startk betroffen sind und jetzt ganz neu ein Zeigerfinger. Da geht dann irgendwo das Gespenst der Berufsunfähigkeit um, und darauf kann ich verzichten.

Wer die Zeit hat, für den ist natürlich der regelmäßige (Kur)kliniksaufenthalt eine mittelfristig sinnvolle Lösung.

Im übrigen stimme ich überein: irgendwelche schwarzen Katzen auf dem Friedhof vergraben hilft bestimmt nicht weiter.

Matthias

Paul
30.08.2001, 13:49
Hallo Oh No,

hier möchte ich jetzt nicht gegen eine Behandlung mit diesen harten Medikamenten appelieren. Aber zusätzlich leichtere Methoden einsetzen, die keine Nebenwirkungen haben, kann doch kein Fehler sein.

Du willst dich ja auch nicht überdosiert behandeln lassen, das heißt, das der Arzt doch immer wieder die Dosierung überprüfen wird. Es wäre doch schön, wenn Alternativen, wie eine Ernährungsumstellung helfen würden, die Dosierung zu verringern. Dies kann man nicht mit schwarzen Katzen vergleichen, wenn sie zumindest bei der Oberflächen-PSO vielen Leuten geholfen hat und bei vielen Rheumatischen Erkrankungen sogar zum Standart-Rat des Arztes gehört(s. die HP der Rheuma-Liga).

Viel Erfolg

Paul

Paul
30.08.2001, 14:53
Hallo von Psoriasis Arthritis Betroffene,

vergleicht doch mal die beiden Erfahrungsberichte von Dietmar Schulz und Irmgard Hecker, beide von der Selbsthilfegruppe München.

Ist es nicht besser wenn möglich erst gar nicht in den Kreislauf von Medikamenten u. Pso zu geraten?

Das heißt also, vor allem erst recht bei den ersten Anzeichen von PSO-Arthritis eine strenge Ernährungsumstellung auszuprobieren, als eine realistische gute Chance auf Besserung. Möglichst kombiniert mit einer Bewegungstherapie/Sport. Bei allen "Autoimmunkrankheiten" und "Rheumatischen Erkrankungen" verstärken sich in der Forschung die Hinweise auf einen Ernährungseinfluß.

Viele Grüße

Paul Lindner

Matthias
02.09.2001, 22:24
Jetzt muß ich doch darauf antworten:

Mit "schwarzer Katze" meinte ich in diesem Fall nicht die Ernährung, auch wenn man das in Kombination mit dem Anfangseintrag so mißverstehen kann. Paul fühlt sich hier zu unrecht angegriffen. Vielmehr meinte ich jene Mittel, die immer wieder mal durch das Forum und die Medien getrieben werden. Meistens handelt es sich dabei um zweifelhafte Nahrungsergänzungsmittel oder physikalische Methoden. Solange den Leuten dabei nur das Geld aus der Tasche gezogen wird ist das nicht so schlimm. Wenn aber im Fall von Arthritis Behandlungen verzögert werden, so daß bleibende Schäden an Gelenke entstehen, hört der Spass auf. Auch solche Fallbeschreibungen kann man auf Rheumaseiten lesen.

Den Aussagen zur Ernährung kann ich in diesem Fall, insbesondere da sie unerwartet differenziert erfolgen, durchaus zustimmen. Es gibt Anhaltspunkte, daß bestimmte Nahrungmittel für einige, meinetwegen sogar viele Psoriatiker ungünstige Auswirkungen zeigen. Einen wissenschaftlichen Nachweis kenne ich nicht. Ich selber vertrage in Schubzeiten keinen Rotwein. Er heizt die Arthritis dann so richtig an.

Auch ist es einleuchtend, daß eh schon bedrohte Gelenke nicht von Übergewicht belastet werden sollten.

Allerdings ist eine Ernährungsumstellung keine Diät, sondern eher eine Lebensumstellung, und damit nicht ganz so einfach, zumal sie auch in den seltensten Fällen eine absolute Wirkung zeigt. Aber das hat Paul, wie schon gesagt, hier ja auch ganz differenziert dargestellt.

Matthias