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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Phtodynamische Therapie


Hermann
12.12.2002, 21:08
Hallo Listis,
wer hat Erfahrungen mit dieser Therapie?
Es wird 5-Aminolävulinsäure aufgetragen, 4-6 Stunden einwirken lassen und dann mit rotem Licht bestrahlt.
Gruß
Hermann

Matthias
13.12.2002, 08:41
Hierzu hat meine Frau, die in diesem Falle Fachfrau ist, folgendes zu sagen:
Hallo,
die Idee einer photodynamischen Therapie ist nicht ganz neu.
Ein sogenannter Photosensibilisator wird verabreicht und danach wird für eine gewisse Zeit das Zielgebiet mit Licht bestrahlt. Das Medikament wirkt aber nicht nur oder besonders gezielt z.B. im Tumor, sondern systemisch, also im ganzen Körper. Die Patienten sind dann eine gewisse Zeit, je nach der Abbauzeit des Medikamentes, besonders lichtempfindlich (Sonnenstudio iss nich...). Es könnte möglich sein, dieses Medikament auch gezielt in manche Tumortypen einzuschleusen, mit Hilfe der Trackingtechnik, aber da weiß ich nicht genau Bescheid. Auf der Haut geht das natürlich besser, da kann man ein photosensibilisierendes Mittel direkt auftragen.
In der Krebsbehandlung wird dann, wenn ein bestimmter Medikamentenspiegel erreicht ist, der Tumor mit Licht bestrahlt, je nachdem auch mit Laser. Das geht natürlich bei oberflächlichen Tumoren besonders gut, logisch. Inzwischen wird erprobt, eine besondere Sorte von Leuchtdioden mit einer Wellenlänge im sichtbaren Bereich auch in Tumore im Körperinneren einzubringen, z.B. in Lebermetastasen.
Die Bestrahlung mit Licht erzeugt dann im Tumor sozusagen einen "Sonnenbrand", fachlich gesprochen bildet sich eine Nekrose, also totes Gewebe, locker formuliert wird das Zielgebiet verbruzzelt.
Aber auch bei Psoriasis ist die Behandlung mit einer Kombination aus Photosensibilisator und anschließender Bestrahlung erprobt, PUVA zum Beispiel. Die Risiken sind ziemlich gut bekannt, aber da haben die "Hautfachleute" bestimmt mehr Ahnung.
Gruß,
Petra